Du hast das Recht

DICH ÜBER EINEN RIESIGEN SCHWAMM ZU WUNDERN.

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INSTALLATION VON MICHEL ABDOLLAHI

Pünktlich zur Langen Nacht wird der Schwamm des Künstlers, Conférenciers und Journalisten Michel Abdollahi auf der Reesendammbrücke zwischen Jungfernstieg und Rathaus installiert. Das gelbe Schaumstoff-Monument ist in seinen Proportionen und Materialien identisch mit einem echten Glitzi-Schwamm. Er soll negative Energien wie Hass, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit aufsaugen und an unseren Ängsten scheuern. Installiert an einem, von der breiten Öffentlichkeit hoch frequentierten Ort, soll der Schwamm für alle zugänglich sein und Kunst für erlebbar und verständlich machen. Er erinnert uns daran, dass leere Parolen, Korruption und Hetze das Fundament unserer Demokratie gefährden.
Der Schwamm hat bereits eine bewegte Geschichte hinter sich, die beweist, wie wichtig es ist, den Mut zu haben, Position zu beziehen. 2016 wurde die Installation Opfer eines Brandanschlags in der Hafencity, in dem sie restlos verbrannte – die Behörden gingen von einem fremdenfeindlichen Motiv aus. Nach seinem Wiederaufbau, demonstrierte der Schwamm friedlich vier Wochen lang vor dem baden-württembergischen Landtag in Stuttgart und wurde dann zum Augsburger Friedensfest auf dem Willy-Brandt-Platz vor der City Galerie aufgestellt, wo er innerhalb von nur 24 Stunden vollständig zerstört wurde. Dieses Mal allerdings von unbeaufsichtigten Kindern, die sich einen Spaß daraus machten, Stücke aus dem Schwamm heraus zu reißen. Trotzdem und vielleicht gerade deswegen gibt Michel Abdollahi nicht auf und lässt den Schwamm ein weiteres Mal aufleben.
Michel Abdollahi ist international bekannt für seine politisch-provokanten Aktionen und Reportagen. Er wurde 2016 mit dem Deutschen Fernsehpreis für seine NDR-Reportage “Im Nazidorf” und für seine Straßenaktionen im Kulturjournal ausgezeichnet. Für seine herausragenden künstlerischen Verdienste um die darstellenden Künste erhielt Michel Abdollahi 2017 den Gustaf-Gründgens-Preis. Mit seiner Show zum 55-jähringen Geburtstags des Politmagazins Panorama wurde er außerdem für den Grimme-Preis nominiert.

Mit freundlicher Unterstützung der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

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